Diese Woche dreht sich vieles um das Thema Geld – wohin es fließt, und wie man es schützt. Die Steuersaison ist seit dem 8. April geöffnet, und wer als Resident in Spanien steuerpflichtig ist, sollte jetzt loslegen und nicht bis Ende Juni warten. Gleichzeitig schaut ganz Europa auf die EZB: Am 30. April fällt die nächste Zinsentscheidung – mit direkten Folgen für Hypotheken und Spareinlagen.
Und dann ist da noch eine Bedrohung, die mich persönlich sehr beschäftigt: Betrüger werden immer dreister und täuschend echt. Sie geben sich als Guardia Civil oder Europol aus – per E-Mail, mit echtem Logo, perfektem Deutsch oder Spanisch. Wer das nicht kennt, klickt schnell auf den falschen Link. Dazu mehr im Sicherheitsteil.
Ich wünsche eine informierte Woche – und immer einen kühlen Kopf.
Daniela Schlicht · Kuratorin, Valencia KlartextDie spanische Steuererklärung (Renta 2025) läuft seit dem 8. April – online bis 30. Juni, telefonisch ab 6. Mai, persönlich ab 1. Juni. Wer per Lastschrift zahlen will, muss bis zum 25. Juni einreichen. Die Inflation ist im April auf 3,4 Prozent gestiegen – hauptsächlich wegen gestiegener Kraftstoffpreise.
Für Hypothekenbesitzer und alle die über Kauf nachdenken: Die EZB entscheidet am 30. April über die Leitzinsen (aktuell 2,0 Prozent). An einigen spanischen Flughäfen streiken Fluglotsen; Alicante und Valencia sind bisher nicht betroffen. Im Bereich digitaler Sicherheit warnt INCIBE vor einer neuen Phishing-Welle im Namen von Guardia Civil und Europol.
Seit dem 8. April 2026 ist die Kampagne zur Einkommensteuer (IRPF) für das Steuerjahr 2025 offen. Online über die Agencia Tributaria (spanisches Finanzamt) kann die Erklärung direkt eingereicht werden. Wer einen Cl@ve-Zugang oder ein Certificado Digital hat, ist im Vorteil. Telefonisch ist die Abgabe ab 6. Mai möglich; persönlich beim Finanzamt erst ab 1. Juni.
Warum relevant?Wer als Resident in Spanien lebt und hier Einkommen bezieht – ob Rente, Mieteinnahmen oder Selbstständigkeit – ist in der Regel steuerpflichtig. Wer zu viel bezahlt hat, bekommt Geld zurück. Wer zu wenig bezahlt hat, muss nachzahlen.
Logge dich über sede.agenciatributaria.gob.es ein und ruf den Borrador (Steuerbescheidentwurf) ab. Prüfe alle Angaben – besonders Mieteinnahmen, Renteneinkommen aus Deutschland und Kapitalerträge. Zahlung kann aufgeteilt werden: 60 Prozent bei Abgabe, 40 Prozent bis 5. November 2026.
Die Inflationsrate in Spanien ist im April 2026 auf 3,4 Prozent gestiegen. Haupttreiber sind die gestiegenen Kraftstoffpreise infolge globaler Spannungen im Ölmarkt. Die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) liegt bei 2,9 Prozent.
Warum relevant?Höhere Inflation bedeutet sinkende Kaufkraft. Besonders Rentner mit festem Einkommen und Selbstständige mit engen Margen spüren das im Alltag.
Kraftstoffpreise vergleichen (App: GasolinApp oder über die DGT-Webseite). Beim Einkaufen: Eigenmarken der Supermärkte haben an Qualität gewonnen und sparen deutlich.
Seit dem 17. April streiken Fluglotsen an mehreren spanischen Regionalflughäfen – betroffen sind Sevilla, Jerez, Vigo, A Coruña sowie die Kanaren. Der Streik ist unbefristet. Alicante-Elche, Valencia und Madrid sind bisher nicht direkt betroffen.
Warum relevant?Wer in den nächsten Wochen reist oder Gäste erwartet, sollte Verbindungen im Auge behalten. Verspätungen durch betroffene Zwischenstopps sind möglich.
Flugstatus über aena.es prüfen. Bei Annullierungen hast du Anspruch auf Umbuchung oder Erstattung gemäß EU-Verordnung 261/2004.
Die Regelung aus 2025 bleibt in Kraft: Wer in der Comunidad Valenciana seine Wohnung touristisch über Airbnb oder Booking.com vermieten will, benötigt die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft mit einer Dreifünftel-Mehrheit. Ohne dieses Votum wird keine Lizenz erteilt.
Warum relevant?Fehlende Genehmigungen können zur Rücknahme der Vermietungslizenz und zu Bußgeldern führen.
Beschlüsse der letzten Eigentümerversammlung prüfen. Falls kein Votum vorliegt: Tagesordnungspunkt für die nächste Junta anmelden. Die NRA-Registrierung läuft über das Tourismusregister der Generalitat Valenciana.
Die Europäische Zentralbank (EZB) trifft am 30. April ihre nächste Zinsentscheidung. Der Leitzins liegt aktuell bei 2,0 Prozent. Analysten erwarten mehrheitlich keine Änderung. Hypothekenzinsen in Spanien bewegen sich derzeit zwischen 3,6 und 4,1 Prozent pro Jahr.
Was bedeutet das für dich in Valencia und an der Costa Blanca?Wer eine variable Hypothek (Euribor-gebunden) hat, spürt keine sofortige Veränderung. Wer kaufen möchte: Die aktuellen Zinssätze sind ein guter Orientierungswert für Gespräche mit der Bank. Spareinlagen werfen bei 2 Prozent Leitzins etwas mehr ab als in den Nullzins-Jahren – Inflation frisst aber einen Teil davon auf.
⏱ Zeithorizont: In den nächsten Monaten beobachtenDie USA haben neue Handelszölle verhängt, die auch die EU betreffen. Spanien exportiert vergleichsweise wenig in die USA – rund fünf Prozent der Gesamtausfuhren. Die spanische Lebensmittelindustrie warnt jedoch, dass ihre Exporte durch 15-Prozent-Zölle ernsthaft gefährdet sind.
Was bedeutet das für dich in Valencia und an der Costa Blanca?Importierte Produkte aus den USA werden teurer. Für den normalen Alltag in Spanien ist der direkte Effekt begrenzt – aber Lebensmittelpreise können indirekt steigen, wenn sich die globalen Lieferketten weiter verengen.
⏱ Zeithorizont: Langfristig beobachtenBetrüger versenden E-Mails die täuschend echt nach offiziellen Behördenmitteilungen aussehen – mit echten Logos, korrektem Layout und fehlerfreiem Text. Die KI macht's möglich: Texte werden in Sekunden personalisiert und in jeder Sprache generiert. Besonders beliebt: die Identität der Guardia Civil, der Policía Nacional oder von Europol.
Die E-Mail behauptet, du seist in einen Betrug verwickelt oder müssest dringend Daten bestätigen – sonst drohten rechtliche Konsequenzen. Wer in Spanien lebt und nicht jede Behörde kennt, ist besonders gefährdet: Die Nachrichten klingen amtlich, der Absender sieht legitim aus, und die Dringlichkeit erzeugt Stress. Genau das wollen die Täter.
INCIBE (spanisches Cybersicherheitsinstitut) warnt vor einer aktiven Phishing-Kampagne bei der Kriminelle E-Mails im Namen der Guardia Civil und von Europol versenden. Als Aufhänger dient eine angebliche „Operación Endgame". Ziel: persönliche Daten, Bankdaten oder Geldzahlungen. Keine Behörde fordert je per E-Mail zur sofortigen Zahlung auf.
Die Policía Nacional warnt vor einem starken Anstieg von Business-E-Mail-Betrug: Kriminelle geben sich als Geschäftsführer oder Lieferanten aus und fordern Überweisungen auf neue Konten. Die E-Mail-Adressen wirken echt – oft nur ein Buchstabe unterschiedlich. Diese Masche trifft auch kleinere Selbstständige und Geschäftsinhaber.
Ein deutschsprachiger Steuerexperte erklärt was die Agencia Tributaria (spanisches Finanzamt) über ausländische Residenten weiß, welche Fehler teuer werden – und was du konkret jetzt noch tun kannst. 45 Minuten Klartext, 30 Minuten Q&A, PDF inklusive.
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